5. Februar 2015

Medien

Vordenker – Weiterdenker: Methylenblau

Der deutsche Chemiker Heinrich Caro war 1876 der Erste, der Methylenblau synthetisierte. Der in Frankreich geborene Wissenschaftler Claude Wischik entdeckte das Potenzial des synthetischen Farbstoffs als Medikament gegen Alzheimer.

Vordenker: Heinrich Caro

Weiterdenker: Claude Wischik

Methylenblau: ein synthetischer Farbstoff mit vielen Talenten

Das blaue Wunder nahm 1886 seinen medizinischen Anfang. Der angehende Arzt Paul Ehrlich beobachtete bei Experimenten ein überraschendes Phänomen: Methylenblau, ein kurz zuvor bei BASF synthetisierter Farbstoff, färbte lebende Nervenzellen blau – so auch den Malaria-Erreger Plasmodium im menschlichen Blut. Daraus schloss Ehrlich, dass sich mit dem Farbstoff möglicherweise Malaria selektiv im Körper bekämpfen ließe. Wenige Jahre später testete er Methylenblau als Arznei gegen das Sumpffieber – mit Erfolg. Erstmals heilte er so eine Infektionskrankheit mit einem synthetischen Wirkstoff. Doch Chinin war bereits als Malariamedikament etabliert, der Farbstoff geriet in Vergessenheit. Erst die zunehmende Resistenz der Malaria gegen die derzeit verabreichten Medikamente änderte daran etwas. Professor Dr. Olaf Müller von der Universität Heidelberg nahm den blauen Farbstoff in den vergangenen Jahren erneut unter die Lupe. Er fand heraus, dass Methylenblau in wichtigen Eigenschaften allen bekannten Malaria-Wirkstoffen überlegen ist. So ist es vermutlich das wirksamste Medikament bei der Hemmung der infektiösen Weiterübertragung. BASF fördert das Projekt der Universität Heidelberg.